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Auf dem Weg zum digitalen Krankenhaus

13.03.2024 – Die Digitalisierung ist die industrielle Revolution des 21. Jahrhunderts. Im Gesundheitswesen, insbesondere in den Krankenhäusern, ist man von einer „Revolution“ allerdings noch weit entfernt. Die Digitalisierung deutscher Krankenhäuser läuft schleppend. Dies liegt vor allem an der Finanzierungsfrage und dem anhaltenden Investitionsstau.

Die Vorteile der digitalen Transformation liegen auf der Hand: Steigerung der Prozesseffizienz, Verbesserung der Versorgungsqualität, ressourcenschonendes Arbeiten, Mitarbeiterbindung und Verbesserung der Patientenerfahrung, -bindung, und -sicherheit.

Der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation

Die Begriffe „Digitalisierung“ und „digitale Transformation“ werden häufig synonym verwendet, es gibt jedoch Unterschiede. Während die Digitalisierung den Prozess der Umwandlung analoger Prozesse in digitale Medien meint, beschreibt die digitale Transformation die Einführung digitaler Technologien mit der Zielsetzung, neue Innovationen und Prozesse zu generieren. Bei letzterem werden sämtliche Prozesse und Prozesselemente an die Anforderungen des digitalen Wandels angepasst. So lassen sich der Nutzen und die Vorteile digitaler Technologien in Gänze entfalten.

KHZG ist erst der Anfang

Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) ist einer der bedeutendsten Treiber der digitalen Transformation im deutschen Krankenhaussektor. Deutsche Krankenhäuser werden mit einem Investitionsvolumen von 4,3 Mrd. Euro unterstützt.

Die zwischen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem GKV-Spitzenverband vereinbarte Fristverlängerung ermöglicht es Krankenhäusern bis zum 31.12.2024 Projekte zu beauftragen. Um sanktionsfrei zu bleiben, müssen Krankenhäuser zum 31.12.2027 nachweisen, dass Pflichtprojekte zu mindestens 60 % in der Nutzung sind. 2028 muss die Nutzungsquote bei 70 % liegen, und 2029 bis 2031 müssen mindestens 80 % Nutzung nachgewiesen werden.

Die ganzheitliche digitale Transformation von Krankenhäusern geht allerdings noch deutlich weiter.

Auf dem Weg zum digitalen Krankenhaus

Im Kapitel Digitalisierung im Krankenhaus des Krankenhaus-Report 2023 wird die Krankenhausentwicklung in vier Stufen unterteilt. Begonnen hat es mit einem rein „analogen“ Krankenhaus. Hier sind Patienten auf medizinisches Personal getroffen, die Diagnostik fand auf Basis von Untersuchungen und Tests statt und ein Behandlungsplan wurde entworfen.

Darauffolgend erlangten technische Geräte für die Diagnostik, Überwachung und Therapie zunehmend an Bedeutung. Beispielhaft sind hier MRT, CT, Pulsoxymeter oder Laparoskopie zu nennen.

Die Einführung der elektronischen Patientenakte ist maßgebend für die nächste Stufe. Diese zieht weitreichende Veränderungen der klinischen und betrieblichen Abläufe nach sich. Zudem gewinnen digitale Anwendungen, wie die Telemedizin, zur Interaktion zwischen Patienten und Leistungserbringern an Bedeutung.

Im Krankenhaus 4.0 spielt künstliche Intelligenz (KI) zur Verbesserung von Diagnostik, Koordination, Therapie und Kommunikation eine zentrale Rolle. Leistungserbringer sind im Krankenhaus und sektorenübergreifend vernetzt.

Strategisches Herangehen

Die digitale Transformation erfordert eine strategische Herangehensweise. Chancen und Möglichkeiten zukünftiger digitaler Anwendungen werden die heutiger übertreffen. Investitionen sollten also nicht ausschließlich auf die Kompensation aktueller Probleme abzielen, sondern zukunftsorientiert gedacht werden.

Digitale Ziele und strategische Maßnahmen sind nicht als eigenständige Elemente zu sehen, vielmehr sind sie in bestehende Strategieelemente einzubeziehen. Das heißt sie sollten sich an dem Leitbild und der Unternehmensstrategie orientieren. Im besten Fall handelt es sich bei der Unternehmensstrategie bereits um eine digitale Geschäftsstrategie. Mehr zum Thema digitale Geschäftsstrategie lesen Sie in unserem Beitrag "Mit der digitalen Geschäftsstrategie Herausforderungen in Chancen umwandeln."

Fazit

Die digitale Transformation deutscher Krankenhäuser verläuft schleppend. Dies liegt maßgeblich an der Finanzierung und dem anhaltenden Investitionsstau. Will ein Krankenhaus langfristig am Markt bestehen, ist die digitale Transformation allerdings nicht optional. Vielmehr sind Krankenhäuser als personalintensive Dienstleistungsunternehmen gut beraten, wenn sie die Vorteile der digitalen Transformation nutzen, um Kosten zu senken und Mitarbeiter sowie Patienten zu binden.

Auf dem Weg zum digitalen Krankenhaus spielt strategisches Handeln eine zentrale Rolle. Digitale Ziele und strategische Maßnahmen sollten sich stets an der (digitalen) Geschäftsstrategie orientieren.

Auf welcher Stufe vom analogen Krankenhaus bis zum ganzheitlich digitalen Krankenhaus befinden Sie sich?

Wir beraten Sie bei Digitalisierungsprojekten, bei der Entwicklung digitaler Geschäftsstrategien oder halten Digital Health-Workshops für Führungskräfte. Sprechen Sie uns an.

 

Quellen liegen beim Autor

Dirk Reddel

Managing Director / Interim Manager

Tel. 0175-2647695

E-Mail: dirk.reddel@red-del.com

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